Die Schweizer Börse ist immer wieder für eine Überraschung gut. Vor wenigen Tagen erstaunte der Markt viele Beobachter mit einer einsamen Rekordfahrt. Der Swiss-Performance-Index (SPI) hatte sein Allzeithoch vom Januar 2018 schon Ende Februar erstmals überschritten. Für den Swiss-Market-Index (SMI), der die Kursentwicklung der 20 höchstkapitalisierten Werte repräsentiert, beträgt der Weg zum Gipfel nur noch rund 3 Prozent.

Darob reibt sich manch einer die Augen. Denn die Performance der helvetischen Börse ist im internationalen Kontext ausserordentlich. Der Euro Stoxx 50 bewegt sich mehr als 7 Prozent unter dem Allzeithoch, der britische FTSE 100 sogar gut 9 Prozent und auch der amerikanische S&P 100 steht noch immer 6 Prozent unter dem Top.

Die Leichtigkeit, mit der die Schweizer Börse dem Rest der Welt davonzueilen scheint, verdankt sie allerdings nicht primär ihrem derzeitigen Tempo, sondern mehr noch dem Vorsprung, den sie sich während des grossen Börsengewitters in den Herbstmonaten verschafft hatte.

So büsste der SMI in den Monaten August bis Dezember lediglich rund 8 Prozent ein, während beispielsweise der deutsche Dax 17,5 Prozent verlor. Es sind die bekannten defensiven Qualitäten, die den Schweizer Markt in jener Zeit zu dieser überdurchschnittlichen Entwicklung trieben. Die Rede ist von den mit Abstand grössten Unternehmen am Schweizer Börsentableau, die dem Markt seit Jahrzehnten dessen relative Stabilität garantieren: Nestlé, Novartis und Roche.