Der Alstom-Konzern verschlankt nicht nur die Produktion, sondern auch seine IT-Abteilung. Gestern begann dazu ein Konsultationsverfahren, wie ein Alstom-Sprecher eine Mitteilung der Gewerkschaft Angestellte Schweiz bestätigte.

Es stehen in der Schweiz 78 Stellen bei den Computerfachleuten zur Disposition. Die Konsultationsphase dauert einen Monat. Im Gegensatz zum Verfahren im Geschäftsbereich Gas rechnet die Gewerkschaft kaum mit internen Lösungen. Es gebe keine offenen Positionen für diese Fachleute. «Es steht zu befürchten, dass der Stellenabbau in seinem ganzen geplanten Umfang stattfindet», heisst es in der Mitteilung von Angestellte Schweiz weiter. Laut einem Alstom-Sprecher erfolgt dieses Konsultationsverfahren etwas später als das in der Gas-Sparte.

Grund sei das unterschiedliche Verfahrenstempo für diese beiden Bereiche, die in der Zentrale in Paris als separate Verfahren gehandhabt wurden. Für ein paar wenige Mitarbeiter gebe es möglicherweise intern Weiterbeschäftigungsmöglichkeiten. Alstom habe aber nicht nur weniger Aufträge aufgrund der weltweiten Situation in der Strombranche. Auch intern habe man die Firmen-Applikationen so weit verschlankt, dass dadurch weniger Personal für die Betreuung der Systeme erforderlich sei.

Gefragte IT-Fachleute

Laut einem Sprecher von Angestellte Schweiz hatte Alstom nicht signalisiert, dass die Restrukturierung, die im vergangenen November angekündigt worden war, auch die IT-Jobs betreffen würde. Lediglich aufgrund der System-Optimierung habe man annehmen können, dass eine Restrukturierung auch das Personal in den Rechenzentren betreffen könne.

Alstom gewähre laut dem Sprecher von Angestellte Schweiz vergleichsweise lange Fristen für die Konsultation und auch für den Abbau der Stellen in der IT. Bis zum Jahr 2016 sollen die Massnahmen vollzogen sein, wie es von der Gewerkschaft heisst.

So lange würden die sehr gut ausgebildeten Spezialisten gar nicht bleiben wollen, glaubt der Gewerkschaftssprecher. Diese würden sich umgehend nach neuen Jobs umsehen und dann gehen, wenn sie eine attraktive Alternative finden. «Dann wird Alstom ein Problem haben», so der Sprecher. Denn wenn diese weg sind, würde es schwer sein, den Betrieb mit den verbliebenen Kräften aufrecht zu erhalten.