Acht von zehn Mütter würden heute Teilzeit arbeiten, sagte der seit 2011 amtierende Präsident des Arbeitgeberverbands in einem am Montag in mehreren Tamedia-Zeitungen veröffentlichten Interview. Es gehe nicht darum, noch mehr Teilzeitstellen zu schaffen, sondern dafür zu sorgen, dass die bereits erwerbstätigen Mütter ihre Pensen erhöhten. "Heute ist jedoch nur ein kleiner Teil der Mütter dazu bereit."

Der 58-jährige St. Galler Manager sieht vor allem Nachholbedarf bei den von Kantonen und Gemeinden finanzierten Tagesstrukturen an den Schulen. "Die Väter und Mütter müssen ihre Kinder in der Schule am Morgen abgeben und am Abend abholen können." Ein Ausbau sei Aufgabe der Kantone und Gemeinden. Die öffentliche Hand erhalte schliesslich zusätzliche Steuereinnahmen, die die Frauen dank höheren Pensen generierten.

Teilzeitarbeit muss nach Ansicht von Vogt auch dem Unternehmen dienen, nicht nur den Mitarbeitenden. Langfristig machten Pensen unter 60 Prozent für seine Firma keinen Sinn, sagte der Verwaltungsratspräsident des Winterthurer Industriebetriebs Burckhardt Compression. In Führungspositionen würde er die Grenze sogar bei 80 Prozent ansetzen. Alles, was darunter liege, mache es schwierig. Kunden müssten weiter betreut werden und Projekte würden weiterlaufen, auch wenn eine bestimmte Mitarbeiterin nicht da sei.

In Schweizer Unternehmen droht ein Personalmangel. Heute gibt es rund fünf Millionen Erwerbstätige. In den nächsten zehn Jahren wird laut dem Arbeitgeberverband etwa eine Million Menschen pensioniert, aber nur etwa 400'000 neue Arbeitskräfte rücken demnach nach. Am Dienstag trifft sich der Arbeitgeberverband in Bern mit Parteien, um über die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu diskutieren.