Der Name weckt Erinnerungen an alte Aviatik-Zeiten: Belair. Die Firma wurde 2001 vom Reisekonzern Hotelplan gegründet als Reaktion auf das Aus der Balair. Diese war im Zuge des Groundings der Muttergesellschaft Swissair untergegangen. 2009 kaufte dann die Air Berlin die Belair. Bekanntlich mussten die Deutschen letzten Herbst die Segel streichen. Doch die Tochter Belair hoffte nach wie vor auf Rettung. Und tatsächlich kam Anfang Jahr Hoffnung auf. Die deutsche Beteiligungsfirma SBC aus Düsseldorf gab bekannt, die Belair zu kaufen und den Betrieb wieder aufnehmen zu wollen.

Doch daraus wird nichts. Am Mittwoch gab die Firma mit Sitz in Glattbrugg ZH bekannt, dass sie die Insolvenz beantragen wird. In der Branche ist die Nachricht keine grosse Überraschung. Denn die meisten Angestellten waren nach dem Air-Berlin-Grounding bereits abgesprungen. Und im Februar berichtete die «Nordwestschweiz» über grobe Startschwierigkeiten. Die Käufer kommunizierten intern, dass sie das Comeback vom April auf den Sommer verschieben müssten. Als Grund wurden Grippe-Viren und Herausforderungen in der IT-Infrastruktur genannt.

Dass es nun zum definitiven Grounding gekommen ist, hat laut Belair vor allem zwei Gründe. Mit einem grossen, internationalen Reisekonzern sei im April zwar eine Absichtserklärung unterschrieben worden, die eine Teilzahlung vorsah. Diese sei aber nie erfolgt. Zudem sei kurzfristig ein «potenter Investor» abgesprungen, der die Belair bereits einer Übernahmeprüfung unterzogen hatte. Eine Betriebsbewilligung und ein sogenanntes AOC für Start- und Landerechte lagen so in weiter Ferne.

«Die Chancen waren gut»

Verwaltungsratspräsident Christof Zuber sagt auf Anfrage, dass rund 20 Angestellte vom Konkurs betroffen seien. Sie warten auf Geld. «Die letzten zwei Monatslöhne wurden nicht ausbezahlt.» Namen zum ominösen Investor und zum Reisekonzern, der die Zahlung nicht auslöste, will er keine nennen. Der Verwaltungsrat, dem auch der Ex-Swissair-Personalchef Matthias Mölleney angehört, habe sich mit dem Entscheid schwergetan. «Aber irgendwann kam der Moment, wo wir uns entscheiden mussten», sagt Zuber. Das Team sei am Mittwoch informiert worden und habe gefasst reagiert. Ein Sprecher der Firma SBC spricht von einer bedauerlichen Situation. «Aber die Chancen auf Erfolg sahen gut aus.» Diese Einschätzung hat sich als völlig falsch herausgestellt.