Die kleine Schweizer Airline Skywork fliegt in Zukunft zweimal pro Woche für Swisscoy in den Kosovo. Bis jetzt hatte ASL Airlines Switzerland den Auftrag zur Unterstützung des Einsatzes der Schweizer Armee in dem Balkanland. Für die Berner Fluggesellschaft, die zuletzt mehrere Linienflüge ab Basel ins Angebot aufgenommen hat, ist es ein willkommener Auftrag, denn Skywork ist seit Jahren finanziell am Limit.

Die Berner Fluggesellschaft habe zu viel zum Sterben, aber zu wenig zum Leben, beschrieb CEO Martin Inäbnit die Situation Ende 2016 dem «Bund». Darum sei ein moderates Wachstum das Ziel. Bis dato führte Skywork vorab Linienflüge durch. «In Zukunft will Skywork vermehrt ins Chartergeschäft diversifizieren», so Skywork-Sprecher Max Ungricht.

Nach einem gescheiterten Expansionskurs wurde die Airline in den letzten Jahren einer Sparkur unterzogen. 2013 machte Skywork noch 23 Millionen Franken Verlust, 2014 und 2015 konnte ein kleiner Bruttogewinn erzielt werden. Mehr als eine Million sparte die Airline bei Personalkosten, seit Inäbnit 2014 als CEO an Bord ist.

Gemäss eigenen Angaben konnte die Airline die Passagierzahlen im ersten Halbjahr 2017 um 27 Prozent steigern. Damit dürfte sie ihrem Ziel näher kommen, rund 200 000 Passagiere pro Jahr zu transportieren. Die Fluggesellschaft stellt derzeit ihre Flotte von Flugzeugen mit 30 Plätzen auf solche mit 50 Plätzen um. Derzeit fliegt die Airline 18 Destinationen innerhalb Europas an.

Post für Swisscoy

In diesem Zusammenhang hilft der neu erteilte Auftrag des Bundes, das Wachstum von Skywork abzusichern. Geplant ist, dass die Airline den neuen Auftrag ab Oktober 2017 von ASL Airlines Switzerland übernimmt. Skywork wird in Zukunft zwei mal wöchentlich ab Basel nach Pristina fliegen, wie Delphine Allemand, Mediensprecherin der Armee, auf Anfrage mitteilt. Einmal alle zwei Wochen werde zudem ein Zwischenstopp in Sarajevo eingelegt, weil auch in Bosnien und Herzegowina Schweizer Armeeangehörige im Einsatz sind.

Konkurrenz fliegt Kontingent

Auf den Flügen – die wie bisher ab Basel erfolgen – werden nebst Post für die Swisscoy-Angehörigen, Ersatzteilen, Verpflegung und Ausrüstung auch einzelne Soldaten in den Urlaub und wieder zurück transportiert werden. Über das finanzielle Auftragsvolumen schweigen sich Armee wie Skywork aus.

Neben dem wöchentlichen Auftrag vergab Armasuisse auch den Auftrag für den zwei Mal jährlich stattfindenden Transport des ganzen Swisscoy-Kontingents. Dieser ging an die slowenische Adria Airways, wie dem Entscheid zur Ausschreibung zu entnehmen ist.