Das sagte Hunt bei einer Rede in der US-Hauptstadt Washington am Dienstag. "Das Vereinigte Königreich bittet seine Verbündeten heute, einen Schritt weiterzugehen, indem sie die Europäische Union zu umfassenden Sanktionen gegen Russland aufrufen, damit wir wirklich Schulter an Schulter mit den USA stehen."

Eine Sprecherin der EU-Aussenbeauftragten Federica Mogherini reagierte zurückhaltend. Sie verwies darauf, dass etliche EU-Staaten nach dem Anschlag bereits russische Diplomaten ausgewiesen hatten, und dass gemeinschaftliche neue Sanktionen durch den EU-Ministerrat beschlossen werden müssten. Dort wäre eine einstimmige Entscheidung der 28 Mitgliedstaaten erforderlich. Der Kreml teilte lediglich mit, es sei sinnlos, "auf nicht gesagte Worte" zu reagieren.

Russland weist Vorwürfe zurück

Die USA hatten wegen des Giftattentats kürzlich neue Sanktionen gegen Russland angekündigt, die an diesem Mittwoch in Kraft treten sollen. Der Fall hatte bereits davor einen diplomatischen Schlagabtausch zwischen Moskau und mehreren westlichen Ländern ausgelöst. Im Zuge dessen war es unter anderem zur Ausweisung Dutzender Diplomaten auf beiden Seiten gekommen.

Sergej Skripal und seine Tochter Julia waren Anfang März bewusstlos auf einer Parkbank in der britischen Ortschaft Salisbury entdeckt worden. Sie waren mit dem Kampfstoff Nowitschok vergiftet worden und entkamen nur knapp dem Tod.

London bezichtigte Moskau, für den Anschlag verantwortlich zu sein. Der Kreml wies die Vorwürfe zurück. Später kam auch ein britisches Paar aus dem nahen Amesbury mit dem Nervengift in Kontakt. Der Mann überlebte, seine 44-jährige Frau starb am 8. Juli an den Folgen.