Damit bestätigte das Statistische Bundesamt am Freitag eine frühere Schätzung. Im dritten Vierteljahr war Europas grösste Volkswirtschaft um 0,2 Prozent und damit erstmals seit dreieinhalb Jahren geschrumpft. Bei zwei negativen Quartalen in Folge wird von Rezession gesprochen.

Hauptgrund für das schwache Abschneiden ist die Autoindustrie, deren Probleme mit der Umstellung auf den neuen Abgasprüfzyklus einen Zulassungsstau auslöste und zu Produktionsausfällen führte. Niedrigwasser bremste zudem die Schifffahrt auf wichtigen Flüssen wie dem Rhein aus, wodurch etwa Lieferketten der chemische Industrie unterbrochen wurden.

Investitionen - insbesondere in Bauten - und Konsum von Staat wie von Konsumenten legten dagegen zu und verhinderten eine Rezession.

Im Gesamtjahr 2018 wuchs das Bruttoinlandsprodukt um 1,4 Prozent. Die deutsche Regierung rechnet im laufenden Jahr mit einem Wachstum von 1,0 Prozent. Die schwächere Weltkonjunktur, Handelskonflikte und Risiken wie der Brexit belasten derzeit. Das Wirtschaftswachstum in Deutschland ist auch für die Schweizer Wirtschaft bedeutend, ist doch Deutschland der grösste einzelne Handelspartner der Schweiz.