Die Bank Cler hat sich selbst ein bisschen ins kalte Wasser geschubst: Gleich in drei Bereichen wagte die schweizweit tätige Bank im vergangenen Jahr einen Neuanfang: Name und Erscheinungsbild sind neu, Filialen werden zu bunten Räumen umgebaut. Und schliesslich wird die Digitalisierung vorangetrieben, vor allem mit der neuen App namens Zak, eine Neuentwicklung für Smartphones (vgl. Bericht vom Mittwoch).

Das alles hat eine Stange Geld gekostet und frass 2017 fast 10 Prozent oder 24 Millionen des Geschäftsertrags von 256 Millionen weg. Unter dem Strich schmälerte dies den Bruttogewinn um mehr als einen Drittel. Ausserdem wurden 10 Millionen Franken zur Stärkung der Pensionskasse aufgewendet. Damit sank der Reingewinn um 16 Prozent auf 38 Millionen Franken. Bank Cler, börsenkotiert und zu 75,8 Prozent im Besitz der Basler Kantonalbank, schüttet eine Dividende von 1.80 Franken pro Aktie aus. Im Gegensatz zum Gesamtmarkt bewegte sich der Aktienkurs 2017 kaum. Die Dividendenrendite blieb demgegenüber mit 4,2 Prozent recht hoch.

Operativ war das Jahr ganz passabel. Der Geschäftsertrag stieg um 4,5 Prozent, und erstmals erreichten die Kundenvermögen mehr als 20 Milliarden Franken, sagte Bankchefin Sandra Lienhard, eine der ganz wenigen Frauen in Bank-Toppositionen in der Schweiz. Die Hypothekenausleihungen nahmen um 3,9 Prozent zu. Obwohl die Bank damit den Markt übertroffen habe, sei man keine zusätzlichen Risiken eingegangen, beteuerte Verwaltungsratspräsident Andreas Sturm.

Filialen werden umgebaut

Kaum ins Gewicht fielen die Negativ-Zinsen in der Höhe von zwei- bis dreihunderttausend Franken, die Cler der Nationalbank abliefern musste. Die Eigenmittel wurden um 13,2 Millionen gestärkt, die Gesamtkapitalquote beträgt 16,3 Prozent, der Refinanzierungsrad II stieg mit 104 Prozent auf einen neuen Höchststand. Die Refinanzierungskosten seien gesunken.

Die Bank Cler rechnet in diesem Jahr mit einem anhaltenden Tiefzinsumfeld, geprägt von einer unveränderten Negativzinspolitik der Nationalbank, sowie mit einem eher rückläufigen privaten und gewerblichen Wohnungsbau. Trotz dieses anspruchsvollen Umfelds erwartet die Bank mit ihren 32 Filialen und 500 Mitarbeitern eine stabile Ertragssituation und zählt dabei dank ihren Investitionen auf «Ertrags- und Wachstumschancen». 2018 werden die Geschäftsstellen Sion, Aarau, Locarno, Lugano-Cattaneo und La Chaux-de-Fonds umgebaut.