Hintergrund des Streits sind die Verhandlungen für einen neuen GAV, die seit Februar am Laufen sind. Die Differenzen, insbesondere im Salärbereich, seien nach wie vor markant und bis heute habe man keine abschlussfähige Lösung finden können, schreibt die Aeropers an ihre Mitglieder. "Das Management akzeptiert eure Anliegen und Interessen nicht ausreichend", heisst es im Schreiben. Die Aeropers fordert eine substanzielle Erhöhung der Saläre im Cockpit. Und: "Uns ist bewusst, dass die Haltung des Managements euch demotiviert und keine Wertschätzung spüren lässt."

Die für ihre Feriendestinationen bekannte Edelweiss Air hat in den vergangenen Jahren ein starkes Wachstum hingelegt und zahlreiche neue Langstrecken-Ziele ins Streckennetz aufgenommen, wie zum Beispiel Las Vegas, San Diego, Costa Rica, Denver oder Orlando. Auch das Aus von Air Berlin konnte die Edelweiss für eigenes Wachstum ausnutzen. Ähnliches dürfte der Fall sein nach den abgesagten Plänen von Ryanair, mit Laudamotion ab Zürich ein Angebot lancieren zu wollen. Es sei deshalb an der Zeit, dass die Piloten an diesem Wachstum nachhaltig partizipieren könnten, fordert die Aeropers. Deshalb werde man die Gespräche weiterführen.

Umsatz gesteigert

Im vergangenen Jahr konnte der Schweizer Ferienflieger seinen Umsatz um rund einen Viertel auf 537 Millionen Franken steigern; für 2016 sind 600 Millionen budgetiert. Gewinnzahlen zur Edelweiss gibt der Mutterkonzern Lufthansa keine bekannt.

Henning Hoffmann, Geschäftsführer des Pilotenverbands, bestätigt auf Anfrage die GAV-Kündigung per Mai 2019 und dass die eigenen Forderungen und jene der Geschäftsleitung weit auseinander liegen würden. Weitere Auskünfte über die laufenden Gespräche gebe man nicht. Edelweiss-Sprecher Andreas Meier sagt, man nehme diesen Schritt des Sozialpartners zur Kenntnis und man werde die GAV-Verhandlungen konstruktiv weiterführen.

Fakt ist, dass die Aeropers mit ihrem Schritt den Druck auf die Edelweiss-Führung erhöht. Denn auch in den kommenden Monaten will die Airline weiterwachsen. Dabei ist die Airline auf genügend Piloten angewiesen, die der Firma die Stange halten – eine Herausforderung im heutigen Piloten-Markt, der als ausgetrocknet gilt.