Die US-Wirtschaft verdoppelte im dritten Quartal ihr Wachstumstempo. Dies dämpfte die Sorgen, dass die weltgrösste Volkswirtschaft in die Rezession rutscht. Das Bruttoinlandsprodukt legte wie von Experten erwartet mit einer Jahresrate von 2,5 Prozent zu.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 2,9 Prozent höher auf 12'208 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 erhöhte sich um 3,4 Prozent auf 1284 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 3,3 Prozent auf 2738 Punkte.

Ausweg aus der Schuldenmisere

Es bleibe zwar noch viel zu tun, aber dem Markt gefalle, was er höre, sagte Clem Chambers von der Finanzinformations-Internetseite ADVFN.com. Die Euro-Länder hatten in Brüssel bis in die frühen Morgenstunden um einen Ausweg aus der Schuldenmisere gerungen.

Die Staats- und Regierungschefs einigten sich unter anderem auf ein Rettungspaket für Griechenland inklusive eines 50-prozentigen Schuldenschnitts. Zudem verständigten sie sich auf eine Hebelung des Euro-Rettungsschirms EFSF.

Finanzwerte punkten

Vor allem die Finanzwerte zählten zu den Gewinnern. Die Aktien von JPMorgan sprangen gut acht Prozent in die Höhe, die Papiere von Citigroup knapp zehn Prozent.

Neben den für Erleichterung sorgenden Nachrichten aus Übersee konzentrierten sich die Anleger an der Wall Street aber auch auf die jüngsten Unternehmenszahlen von Börsen-Schwergewichten wie Exxon Mobil.

Ein höherer Ölpreis und eine bessere Rendite des Raffineriegeschäfts bescherten dem Energieriesen ein kräftiges Gewinnplus im dritten Quartal. Die Dividendenpapiere legten ein Prozent zu.

SEC-Untersuchung gegen Avon

Die Aktien des grössten US-Chemiekonzerns Dow Chemical kletterten über acht Prozent. Das Unternehmen hat im abgelaufenen Quartal mehr verdient.

Gegen die allgemeine Markttendenz brachen die Anteilsscheine des Kosmetikunternehmens Avon um mehr als 18 Prozent ein. Hintergrund des Kursrutsches sind Untersuchungen der US-Börsenaufsicht SEC sowie ein Gewinneinbruch im dritten Quartal.