Das teilte das US-Unternehmen am Dienstag in mehreren Blogbeiträgen mit. "Wir sind immer noch in einer sehr frühen Phase der Ermittlungen und haben noch nicht alle Fakten", erklärte Facebook. Länder oder Gruppen, die für die Kampagne verantwortlich sein könnten, könne das Unternehmen bislang nicht nennen.

Es gebe zwar Hinweise auf Verbindungen zu im vergangenen Jahr geschlossenen Konten der Internet Research Agency (IRA), die als "Trollfabrik" der russischen Regierung angesehen wird, sagte Facebook-Sicherheitschef Alex Stamos bei einer Pressekonferenz. Als Trolle werden Internetnutzer bezeichnet, die bewusst Online-Diskussionen stören und die Atmosphäre in Chatrooms vergiften.

"Aber wir glauben nicht, dass die Beweise klar genug sind, um öffentlich die IRA verantwortlich zu machen", betonte Stamos. Die IRA kontrollierte vor den US-Präsidentschaftswahlen 2016 zahlreiche Facebook-Konten, die zur Wählerbeeinflussung genutzt worden sein sollen. Russland sieht sich immer wieder mit Vorwürfen über Manipulationsversuche im Präsidentschaftswahlkampf 2016 konfrontiert. Moskau weist die Anschuldigungen zurück.

Zusammenarbeit mit den Behörden

Facebook unterrichtete den Angaben zufolge bereits US-Strafverfolgungsbehörden, den Kongress und andere Technologieunternehmen über seine jüngsten Erkenntnisse. Nach einem Bericht der "New York Times" arbeitet das Unternehmen mit dem FBI zusammen.

Die geschlossenen Konten hätten 11'000 Dollar für fast 150 Werbeanzeigen ausgegeben, teilte Facebook mit. "Wir haben es mit entschlossenen, gut finanzierten Gegnern zu tun." Diese würden "nie aufgeben und ständig ihre Taktik verändern".

Das älteste der geschlossenen Konten wurde demnach im März 2017 erstellt, das jüngste im Mai 2018. Insgesamt seien über 10'000 Nachrichten verfasst worden, 290'000 andere Nutzer seien den geschlossenen Konten gefolgt.

Im vergangenen Herbst hatte Facebook erklärt, etwa zehn Millionen Nutzer in den USA hätten verdächtige gesponserte Beiträge gesehen - diese seien von fast 500 Nutzerkonten aus Russland gekommen.