Sie sind die Sorgenkinder der Schweizer Wirtschaft: die Unternehmen, die im Tourismus aktiv sind. Die Gäste aus den wichtigsten Märkten machen einen Bogen um die Schweiz. Dies nachdem am 15. Januar die Schweizerische Nationalbank (SNB) den davor über drei Jahre verteidigten Euromindestkurs von 1.20 Franken aufgehoben hatte. Für viele Kunden aus Europa verteuerte sich die Schweiz damit auf einen Schlag um 20 Prozent.

Nun senken die Schweizer Hoteliers als Reaktion auf den Frankenschock die Preise. Mit den tieferen Preisen geben die Hotels Gegensteuer zur währungsbedingten Verteuerung der Übernachtungen. Der am Mittwoch veröffentlichte Hotel Price Index des Buchungsportals Hotels.com zeigt: Vor allem in den günstigeren Destinationen ist das Logieren noch billiger geworden.

Von allen 18 untersuchten Schweizer Städten sanken die Hotelpreise in Lausanne am stärksten. 170 Franken zahlten Touristen dort im ersten Halbjahr im Durchschnitt für eine Übernachtung. In den ersten sechs Monaten des letzten Jahres waren es dagegen noch 195 Franken. Auf dem zweiten Platz folgt Winterthur: Dort sanken die Preise von durchschnittlich 159 auf 139 Franken. In Biel gingen sie von 146 auf 132 Franken zurück. Biel war schon vor einem Jahr die günstigste aller untersuchten Destinationen.

Doch auch die teuerste Destination wurde etwas billiger, wie der aktuelle Hotel Price Index zeigt: In St. Moritz sank der durchschnittliche Preis von 291 auf 266 Franken. Die Rangliste führt St. Moritz aber weiterhin an. Am zweitteuersten ist Ascona.

Das Tessin macht es umgekehrt

Und hier folgten die Hoteliers anders als in St. Moritz nicht dem Trend nach unten: Sie steigerten die Preise deutlich – von durchschnittlich 226 auf 243 Franken. In Zermatt, der drittteuersten Destination, blieben die Hotelpreise dagegen unverändert.

Im Durchschnitt aller Destinationen sank der Preis für eine Hotelübernachtung von 197 Franken auf 194 Franken. Neben den Hotels in Lausanne, Winterthur, Biel und St. Moritz wurden auch die Gaststätten in Genf, Basel, Montreux, Grindelwald, Zürich und Bern billiger. Teurer wurden neben Ascona St. Gallen, Interlaken, Lugano und Davos. Unverändert blieben die Preise in Zermatt, Luzern und Locarno.

International sehr teuer

Im internationalen Vergleich gesehen gehören Genf und Zürich mit den Plätzen 4 und 5 zu den Städten mit den teuersten Hotelpreisen. Genf hat Zürich heuer zum zweiten Mal in Folge im globalen Ranking der teuersten Business-Metropolen überholt. Die Aufhebung des Mindestkurses hatte auch bei diesem Vergleich einen Einfluss auf den durchschnittlichen Zimmerpreis.

Zudem weichen Geschäftsleute in der Folge vermehrt auf weniger teure Hotels aus. Auch dies zeigt die aktuelle Erhebung «Hotel Survey» des britischen Geschäftsreiseanbieters Hogg Robinson.

Moskau bleibt – wie bereits in den vergangenen zwölf Jahren – die teuerste Stadt für Geschäftsreisen. Trotz dieser Entwicklungen und Preissenkungen in Genf und Zürich konnte Basel im globalen Durchschnittstarif ein Plus von 2,1 Prozent erreichen und belegt Platz 14 der Hotelstudie (SDA)