«In den letzten Wochen haben wir das schlechte Wetter massiv gespürt», sagt ein Verkäufer einer Zürcher Ochsner-Sport-Filiale. «Da kam niemand auf die Idee, T-Shirts oder Sportartikel zu kaufen.» Am Donnerstag und Freitag schien zwar wieder einmal die Sonne. Doch insgesamt kann das bisherige Sommergeschäft nicht mit jenem des überdurchschnittlich warmen Vorjahres mithalten.

Laut eines Sprechers der Migros-Tochter Digitec-Galaxus liegen die Umsätze mit Gummibooten 8 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Beim Verkauf von Bikinis, Badeanzügen und Schwimmhosen beträgt das Minus 6 Prozent. Der Sprecher des Online-Warenhauses macht auf Zweckoptimismus: «Der Sommer kommt bestimmt noch und wenn es dann plötzlich warm ist, will jeder auf Gummiboottour auf der Limmat, der Aare oder einem sonstigen Gewässer.» Zudem würden die Umsätze mit Citybikes derzeit 30 Prozent im Plus liegen.

Bei der Coop-Tochter Interdiscount spürt man das Wetter beim Gummibootverkauf ebenfalls. Dafür seien hochpreisige Grills gefragt.

Strumpfhosen im Hoch

Ein Sprecher der Warenhauskette Manor sagt, man sei es sich gewohnt, kurzfristig auf die Launen des Wetters reagieren zu müssen. «So haben wir aufgrund des regnerischen und kühlen Wetters den Start unserer ‹Summer Beach›-Kampagne kurzfristig um einige Wochen verschoben.» Erst jetzt präsentiere Manor in den Schaufenstern und in den Shops die neusten Sommerkleider, Sandalen, Wasserspielzeuge, Sonnenbrillen sowie Produkte für den Garten und für Outdoor-Sportaktivitäten. Preisabschläge habe man bisher nur punktuell vorgenommen.

Das könnte sich allerdings ändern, denn für kommende Woche sind vielerorts bereits wieder kühle Regentage angesagt. Immerhin: Schirme und Strumpfhosen hätten sich bei Manor in den letzten Wochen «hervorragend» verkauft, ebenso Dekorationsartikel und Parfüms. Ähnlich tönt es beim Migros-Warenhaus Globus. Die Erklärung: «Statt in die Badi gehen die Kunden in die Stadt, um einzukaufen.»