Die Bonanza am Immobilienmarkt scheint vorbei. Wer seine Wohnung verkaufen will, muss länger inserieren, bis er zum gewünschten Preis einen Käufer findet. Dies zeigt eine Studie, die homegate.ch und das Swiss Real Estate Institute der HWZ Hochschule für Wirtschaft Zürich am Mittwoch präsentiert haben. Die Anzahl inserierter Objekte ist zudem geschrumpft. Auch das zeigt, dass der Markt illiquider wird.

Erschwerte Finanzierung

Obwohl das Angebot kleiner ist, sind die Preise jüngst leicht gesunken. Zusammen mit der stark gestiegenen Insertionsdauer legt das nahe, dass die Nachfrage stärker zurückging als das Angebot. Peter Ilg von der HWZ sieht zwei Ursachen: Die Wohneigentumsquote ist dank tiefer Zinsen auf fast 38 Prozent gestiegen. Wer es sich leisten konnte, Eigentümer zu werden, sei es bereits geworden. Die Preise hätten in den letzten Jahren zudem stärker angezogen als die Einkommen der Haushalte. Gleichzeitig erschwerte sich die Finanzierung durch schärfere Selbstregulierung der Banken. So kann für die mindestens geforderten 20 Prozent Eigenmittel am Kaufpreis nur noch teilweise auf das Alterskapital der Pensionskasse zurückgegriffen werden. Wegen der schwächelnden Nachfrage würden die Preise weiter sinken, orakeln die Experten.

Warum aber ist trotz immer noch hoher Preise das Angebot kleiner? Auf die insgesamt tiefere Nachfrage wurde von den Wohnungsproduzenten frühzeitig reagiert. Sie haben ihre Produktion stark gedrosselt. Dazu Ilg: «Bei den meisten Projekten werden die Eigentumswohnungen bereits ab Plan verkauft. Können nicht genug Wohnungen vor Baubeginn abgesetzt werden, entscheiden sich die Bauherren meist für eine Sistierung des Projektes.»

Trotz der schwächeren Nachfrage gebe es daher keinen Anlass zu Alarmismus – im Gegenteil. Das von den Käufern ausgesendete Signal an die Anbieter verringert die Wahrscheinlichkeit, dass es in Zukunft zu einem kollektiven bösen Erwachen kommt. Das Platzen einer Preisblase erwarten die Experten genau deshalb nicht.

Kaum Inserate in Printmedien

Da immer noch ein Drittel der Onlineinserate Neubauobjekte sind, kann das Angebot auch bei noch tieferer Nachfrage weiter über die Produktion justiert werden. Die Erwartung eher fallender Preise werde die Produktion weiter drosseln. Ein massives Überangebot und eine starke Preiskorrektur seien daher nicht zu befürchten, sagt Axel Konjack, Chef von homegate.ch.

Ganz nebenbei belegt die Studie, dass die Zeitungen für den Wohneigentumsmarkt praktisch bedeutungslos geworden sind. Von den 333 innerhalb einer zufällig ausgewählten März-Woche (siehe Grafik) aufgegebenen Angebote wurden nur gerade fünf in Printmedien inseriert. Diese fünf waren zudem auch auf Online-Portalen aufgeschaltet.