Der Deal blieb in Nicht-IT-Kreisen grossmehrheitlich unter dem Radar. Doch die Höhe der Transaktion lässt aufhorchen: Für rund 2 Milliarden US-Dollar kauft der amerikanische IT-Dienstleistungsriese DXC Techno- logy das Zuger Softwareunternehmen Luxoft.

Dies teilten die beiden an der New Yorker Börse (NYSE) kotierten Firmen letzte Woche auf ihren Websites mit. Die Verwaltungsräte von Luxoft und DXC seien sich einig, und die Besitzer von rund 83 Prozent der Luxoft-Aktien hätten dem von DXC unterbreiteten Angebot von 59 Dollar in bar pro Aktie bereits schriftlich zugestimmt. Der Verkauf soll im Juni dieses Jahres abgeschlossen werden.

DXC Technology mit Sitz in Tysons Corner im US-Bundesstaat Virginia, gut 20 Kilometer westlich von der Hauptstadt Washington entfernt, ging aus der Fusion von Computer Sciences Corporation mit der Dienstleistungssparte Enterprise Services von Hewlett Packard Enterprise hervor. DXC ist auch in der Schweiz mit einem Sitz vertreten.

Heute macht DXC einen Umsatz von über 24 Milliarden Dollar und beschäftigt in 70 Ländern rund 150 000 Mitarbeitende. Kunden sind bekannte Grosskonzerne wie etwa die Versicherungsgruppe Zurich sowie verschiedene US-Behörden.

Unbekannter Riese

Dass die nun bekannt gewordene Milliardenübernahme ausserhalb der Branche keine allzu hohen Wellen schlug, dürfte daran liegen, dass der Name Luxoft in der Schweiz eher unbekannt ist. Doch das Unternehmen, welches handelsrechtlich auf den Britischen Jungferninseln eingetragen ist, den operativen Sitz aber seit fünf Jahren in der Stadt Zug hat, ist im internationalen IT-Geschäft durchaus einer der grösseren Player: Der Softwareberater und Outsourcer beschäftigt weltweit knapp 13 000 Angestellte und machte in den vergangenen vier Quartalen einen Umsatz von 911 Millionen US-Dollar.

Name und CEO bleiben

Der Name Luxoft wird nach der Übernahme weiter bestehen, die Zuger werden aber mit dem Zusatz «a DXC Company» auftreten. Klar ist auch, dass der Standort Zug bestehen bleibt. Aktuell arbeiten dort knapp 60 Angestellte.

Man werde auch weiterhin als eigenständige Firma arbeiten können, unter dem Management von CEO Dmitry Loschinin, der an Bord bleibt und direkt dem CEO von DXC, Mike Lawrie, unterstellt sein wird.

Dieser ist überzeugt, dass sich die Angebote der beiden Konzerne sehr gut ergänzen. Luxoft bringt laut DXC Stärken ein in den Bereichen Blockchain, Benutzeroberfläche oder Internet of Things (IoT) sowie Expertise in den Branchen Finanzen, Fahrzeugindustrie und Gesundheitswesen.

Die Übernahme soll das Wachstum von DXC Technology im Geschäft mit der Digitalisierung zusätzlich beschleunigen, heisst es.