"Es gibt keinen Zusammenhang zwischen den beiden Lebensmittelvergiftungen", sagte der Waadtländer Kantonsarzt Karim Boubaker der Agentur Keystone-SDA zu einer Meldung des Onlineportals watson.ch.

Die beiden getrennten Fälle traten Anfang und Ende vergangener Woche auf. Die Patienten, ein Mann und eine Frau, hatten schwere Symptome, die zum Tod der Patientin führten. Nach der Befragung der Angehörigen sah es so aus, als hätten beide Patienten Morcheln von der Migros konsumiert.

Sicherheitsnetz eingerichtet

Diese Fälle wurden dem Kantonsarzt und dem Kantonschemiker gemeldet. Dieser nahm eine Risikoabschätzung vor und beschloss, ein "Sicherheitsnetz" einzurichten, wie Boubaker sagte. Sie informierten die Akutversorgung, ohne die Bevölkerung zu alarmieren.

"Es gilt, bei solchen Fällen die Verhältnismässigkeit zu wahren", erklärte der Kantonsarzt. "Wir können nicht bei jedem Verdacht die Öffentlichkeit warnen." Seitdem seien keine weiteren Fälle gemeldet worden. Deswegen seien Morchelprodukte als Ursprung für die Vergiftungen unwahrscheinlich. Es sind Analysen im Gange, um die genauen Ursachen für die beiden Vergiftungen herauszufinden.

Migros kooperiert

Die Migros sei am Freitag vom Kantonschemiker wegen "einem möglichen Zusammenhang zwischen den Lebensmittelvergiftungen und dem Konsum von Morcheln" kontaktiert worden, hiess es bei der Detailhändlerin auf Anfrage. "Das Unternehmen hat sofort alle erforderlichen Daten zur Verfügung gestellt", erklärte die Migros.

Bereits am Freitagabend war der Kantonschemiker zum Schluss gekommen, dass es keinen Grund gibt, Morchelprodukte zurückzurufen", sagte Tristan Cerf, Migros-Sprecher für die Romandie. Die Migros führte auch eigene Analysen durch. "Bisher haben diese Tests keine Unregelmässigkeiten ergeben", stellte er fest.

Keine weiteren Fälle

Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BVET) bestätigte, dass es mit dem Kanton Waadt in Kontakt steht. Es obliege dem Kanton, Analysen über die Umstände von Vergiftungen durchzuführen. "Es gibt derzeit keine Beweise dafür, dass es in der Schweiz weitere Fälle gibt", hiess es.