Nun hätten sich die Probleme im Segment International akzentuiert und beschleunigt, teilte Implenia am Montag mit. Einmalige Bewertungsanpassungen sowie das zu erwartende tiefere Ergebnis der Sparte machen für das laufende Geschäftsjahr eine Wertberichtigung in der Höhe von 70 bis 90 Millionen Franken notwendig. Der Barmittelzufluss werde 2018 deshalb unter den bisherigen Erwartungen liegen.

Das Segment International habe die Erwartungen noch nicht erfüllt und der Turnaround in Norwegen beanspruche deutlich mehr Zeit als ursprünglich erwartet, hiess es bereits im August im Zusammenhang mit dieser Sparte. Diese werde im laufenden Jahr den Breakeven nicht erreichen.

Neuer CEO darf aufräumen

Die Neubeurteilung der finanziellen Situation steht im Zusammenhang mit der Übernahme der Konzernleitung durch André Wyss im vergangenen Oktober. Damals hatte dieser den langjährigen Chef Anton Affentranger abgelöst. Unmittelbar nach der Amtsübernahme sei Wyss vom Verwaltungsrat beauftragt worden, die unternehmerischen und wirtschaftlichen Risiken zu überprüfen und die Strategie weiterzuentwickeln.

Daraus hat sich der Wertberichtigungsbedarf wegen der Sparte International ergeben. Die Segmente Development, Schweiz und Infrastructure dagegen entwickeln sich laut Implenia im Rahmen der Erwartungen. "Auf Basis der aktuell vorliegenden Informationen und angesichts einer unverändert guten Cash-Position und dem hohen Auftragsbestand von über 6 Milliarden Franken" geht Implenia weiterhin davon aus, dass der Generalversammlung im kommenden Frühjahr die Ausschüttung einer Dividende für das Geschäftsjahr 2018 beantragt werden könne.

Weiter bestätigt das Unternehmen die im Jahr 2017 formulierten Mittelfristziele. Demnach wird ein Umsatz im Bereich von 5 Milliarden angestrebt sowie eine operative Gewinnmarge auf Stufe EBITDA von 5,25 bis 5,75 Prozent.

Die Ergebnisse der Überprüfungen durch den CEO sollen anlässlich der Bilanzmedienkonferenz im kommenden Februar kommuniziert werden.