In Deutschland ist naschen viel günstiger als in der Schweiz. Das zeigt ein Preisbarometer, der vom Marktforschungsinstitut Nielsen veröffentlicht wurde. Für den Vergleich stellte das Institut im Auftrag des Süsswarenhandelsverbands Sweet Global Network einen Korb mit 17 Markenprodukten zusammen, darunter etwa ein Glas Nutella und ein Kinderüberraschungsei. Während in Deutschland 20.41 Euro für den Korb gezahlt werden müsste, kosten die gleichen Produkte in der Schweiz 32.87 Euro.

«Das in der Schweiz vergleichsweise höhere Preisniveau geht einher mit einem höheren Lohnniveau sowie mit weiteren Kosten, die in der Schweiz vergleichsweise hoch sind», schreibt Urs Furrer, der Geschäftsführer des Verbands für Süss- und Zuckerwaren Biscosuisse. Zusätzlich gebe es in der Schweiz nur wenige grosse Detailhandelsketten. «Der Detailhandel legt den Konsumentenpreis fest, und hier ist der Wettbewerb in der Schweiz begrenzt», so Furrer.

Preise könnten weiter steigen

Einer der Hauptkostentreiber für inländische Produkte sei der Schweizer Grenzschutz, durch diesen würden Rohstoffe künstlich verteuert. Jüngstes Beispiel sei der Grenzschutz für Zucker, der seit diesem Jahr in Kraft ist. Ausserdem würden in der Schweiz strengere Produktionsvorschriften herrschen, welche die Produktionskosten in die Höhe treiben. Diese Faktoren seien eine Herausforderung für inländische Produzenten.

Die Situation für Schweizer Produzenten sei zusätzlich erschwert, weil die Schweiz seit Anfang Jahr beim Export auch keine Zollrückerstattungen mehr auf in der Schweiz künstlich verteuerte Agrarrohstoffe ausrichten darf. «Das führt in der Industrie zu Mehrkosten, was die Wettbewerbsfähigkeit auf den Exportmärkten beeinträchtigt», schreibt Furrer.

Wetter als Problem

In Deutschland sind die Süssigkeiten übrigens nicht nur im Vergleich zur Schweiz günstig. Im Vergleich mit anderen europäischen Ländern zeigen sich ähnliche Preisunterschiede, nur in Rumänien ist der Einkauf ähnlich billig wie in unserem nördlichen Nachbarland. In Österreich würden die Produkte bereits 27 Euro Kosten. Am tiefsten müssen Naschkatzen in Norwegen in die Tasche greifen: 49.61 Euro müssten die Konsumenten dort für den Einkauf zahlen.

Aber auch in Deutschland könnten die Preise bald ansteigen. Grund dafür ist der heisse, trockene Sommer im vergangenen Jahr. Wegen des Wetters gab es Ernteausfälle, etwa bei den Kartoffeln oder beim Getreide. Weil es weniger Rohstoffe gibt, sind die Preise dafür gestiegen. Auch Butter und Milch sind in Deutschland teurer, weil der Preis für das Futter für die Kühe angestiegen ist. Die höheren Preise könnten laut einem Bericht in der «Welt» an die Konsumenten weitergegeben werden.

Werden Süssigkeiten in der Schweiz dadurch ebenfalls teurer? Urs Furrer von Biscosuisse schliesst das nicht aus. «Die Rohstoffmärkte sind allgemein sehr volatil. Ein Anstieg der EU- oder Weltmarktpreise wirkt sich in der Regel auch auf die Preise in der Schweiz aus», schreibt er.