Von Banken kommen derzeit keine Kommentare zu den Details des Abkommens mit den USA. Die Schweizerische Bankiervereinigung wies jedoch in einer Stellungnahme auf die «schmerzlichen Konsequenzen» für die Banken in der Schweiz hin.

«Insbesondere die Bussen bewegen sich am oberen Ende des rechtlich akzeptierbaren und wirtschaftlich tragbaren Niveaus», heisst es vom Verband.

Verbandskreise weisen zudem auf die hohen Kosten hin, die jetzt auf die betroffenen Banken zukommen: Zunächst müssten die Banken selber festlegen, in welche Kategorie der verfolgten Banken sie selber fallen. Alleine diese Abklärung erfordert einige teure und rasch zu erledigenden Vorarbeiten.

Laut den Experten von Deloitte, einem grossen Wirtschaftsprüfungsunternehmen, entfallen auf die Abklärungen etwa die gleich hohen Kosten wie für die Bussgeldzahlungen, wie sich bei den bisher untersuchten Fällen gezeigt hat.

Deloitte war bei den Abklärungen von sieben der Banken aus der ersten Kategorie beteiligt. Diese Banken verhandeln direkt mit den USA und sind nicht durch die Vereinbarung erfasst.

Zu den grossen internen Kostenblöcken zählen laut Deloitte die Auslagen für die IT-Spezialisten, für die Rechtsspezialisten und auch das Top-Management wird durch solche Abklärungen stark beansprucht.

Hinzu kommen die externen Kosten für eine spezialisierte Anwaltskanzlei in den USA, eine in der Schweiz und für die Wirtschaftsprüfer.

«Die Kosten sollten nicht unterschätzt werden, denn die US-Anwälte fliegen nicht Economy und auch ihre Preise sind keinesfalls Economy», warnte ein Spezialist. Und weil es nicht sehr viele schweizerische Spezialisten gebe, würden auch da die Preise steigen.

Gesucht: Profil des US-Bürgers

Weiterhin sei laut Verbandskreisen unklar, wie US-Bürger überhaupt definiert würden. Das Problem stellt sich besonders bei Personen mit doppelter Staatsbürgerschaft.

Schliesslich müssten die Banken sehr rasch und im Nachhinein die Steuersituation ihrer einzelnen US-Kunden über den Verlauf der vergangenen Jahre exakt aufarbeiten und dokumentieren.

Dazu gehören auch die Informationen darüber, wann, wo und welche Geldbestände auf einzelnen Konten lagen und bewegt wurden. Denn aus den maximalen Beträgen würde dann die Höhe der Bussen abgeleitet.

Es sei aber die einzige verbliebene Lösung für die Banken, um die rechtlichen Probleme mit den USA abschliessend zu lösen und Rechtssicherheit zu schaffen.

«Jede Bank ist nun angehalten, in der knappen Frist ihre Situation vorbehaltlos zu analysieren und sich dann dementsprechend zu entscheiden», heisst es vom Verband. Man werde die Banken soweit möglich dabei unterstützen und Koordinationsaufgaben wahrnehmen.

Angesichts gewisser Unklarheiten im Programm erwartet die Bankiervereinigung, dass das US-Justizdepartement mit den teilnehmenden Banken in einen konstruktiven Dialog tritt, damit die Banken das Programm umsetzen können.