In der Schweiz und in anderen Ländern waren zahlreiche Medikamente mit dem Wirkstoff Valsartan zurückgerufen worden, weil das Risiko bestand, dass einzelne Chargen der betroffenen Generika mit einem wahrscheinlich krebserregenden Stoff verunreinigt sein könnten.

Das Heilmittelinstitut Swissmedic hat Muster der nicht vom Rückruf betroffenen Valsartan-haltigen Medikamente angefordert, die aktuell in der Schweiz zugelassen und erhältlich sind. Die Muster hat Swissmedic in eigenen Labors überprüft. Die aktuell auf dem Schweizer Markt verfügbaren Valsartan-Präparate seien unbedenklich, gab Swissmedic nun am Montag bekannt.

In den geprüften Chargen der Medikamente mit Valsartan auf dem Schweizer Markt hätten keine erhöhten Werte von N-Nitrosodimethylamin (NDMA) nachgewiesen werden können. Das Swissmedic-Labor will aber in den nächsten Wochen weitere Arzneimittel überprüfen, die andere Sartane beinhalten.

Weitere Analysen vorgesehen

Ausserdem sollen neue Chargen von Valsartan-Präparaten, die für den Schweizer Markt bestimmt sind, analysiert werden. Swissmedic werde deshalb die Firmen auffordern, bis auf weiteres von jeder neuen Charge, die für den Verkauf in der Schweiz vorgesehen sei, Muster zur Analyse an das Heilmittelinstitut zu senden.

Sobald Ergebnisse vorlägen, werde Swismedic eine Liste der Präparate und Chargen veröffentlichen, die durch das Labor analysiert worden seien: Sollten die gefundenen NDMA-Werte über der Unbedenklichkeitsgrenze liegen, werde die entsprechende Charge vom Markt zurückgerufen.

Weiter würden auch die zurückgerufenen Chargen geprüft, um den tatsächlichen Gehalt an NDMA in den entsprechenden Präparaten zu klären. Denn der bisherige Rückruf erfolgte aufgrund von Analysen durch die Firmen selber.

Anfang Juli hatten mehrere Medikamentenhersteller europaweit Arzneimittel zurückgerufen, die Valsartan des chinesischen Herstellers Zhejiang Huahai Pharmaceutical enthalten.

Medikamente mit Valsartan werden für die Behandlung von Bluthochdruck und auch bei Herzschwäche eingesetzt. Ohne Rücksprache mit dem Arzt dürfen diese Medikamente gemäss Swissmedic aber nicht abgesetzt werden, da das Absetzen weit gefährlicher sein könnte als das mögliche Risiko durch eine Verunreinigung.