«Flatmatch funktioniert ähnlich wie Tinder», erklärt Gründer Alexander von Luckner im Gespräch. «Es führt WG-Suchende und WG-Anbieter zusammen.» Nur dass im Unterschied zu herkömmlichen Angeboten ein Algorithmus die Suche erleichtert.

Flatmatch

Flatmatch

In der App, die bis jetzt nur als Beta-Version im Google-Play-Store erhältlich ist, registriert man sich als Anbieter oder als Nachfrager. Dann gibt man an, welches Budget zur Verfügung steht, wie gross das Zimmer sein soll und wie lange das Mietverhältnis idealerweise dauert. Mittels eines Schiebereglers («Partymeter») kann man wählen, ob einem eher der Sinn nach Ruhe und Privatsphäre steht, oder ob man auf der Suche nach einer Kommune mit 24/7-Partyservice ist. 

Luckner kennt beide Perspektiven aus eigener Erfahrung, «diejenige der WG, die Nachwuchs sucht, und diejenige des Studenten, der verzweifelt auf der Suche nach einer Unterkunft ist.» Es sei naheliegend gewesen, diese Bedürfnisse zusammenzuführen. 

Der 26-Jährige hatte die Idee zu Flatmatch vor gut zwei Jahren. «Die Wohnungssuche kann extrem zeitintensiv und nervenaufreibend sein», sagt Luckner, der in Zürich wohnt und als Arzt arbeitet. Neben dem Wohnungsmangel, den hohen Mietzinsen und dem Zeitfaktor seien es aber auch weiche Faktoren, die eine entscheidende Rolle spielen:

  • Welches Wohnverhältnis bevorzuge ich?
  • Wie viel Wert lege ich auf Sauberkeit?
  • Wie alt sollen die Mitbewohner sein?

Hat man seine Präferenzen angegeben, schlägt ein Algorithmus möglichst passende Kandidaten vor. «Aus 100 möglichen Treffern wollen wir dir die 10 besten präsentieren», sagt Luckner. Anschliessend kann man über eine App-interne Chatfunktion mit den vorgeschlagenen Personen Kontakt aufnehmen.

«Ob es dann wirklich passt, muss man natürlich in einem persönlichen Gespräch abklären», räumt Luckner ein. «Das Zwischenmenschliche kann kein Computerprogramm ersetzen.»

Im Fokus der Entwickler steht der Grossraum Zürich, der mit ETH, Universität und zahlreichen Fachhochschulen einen Drittel aller Schweizer Studenten beherbergt. Mittelfristig soll das Angebot aber auch in anderen Landesteilen Verbreitung finden.

Im Test überzeugt die App, auch wenn die eine oder andere technische Kinderkrankheit den Suchvorgang plagt. Zudem ist die Zahl an Angeboten und Nachfragen bislang überschaubar. Luckner ist zuversichtlich, dass sich das bald ändert. «Im Dezember wollen wir mit einer Werbekampagne so richtig durchstarten, sodass wir rechtzeitig auf das Frühlingssemester im kommenden Jahr den WG-Markt aufmischen können.»

Bis jetzt entwickelte Luckner zusammen mit einem Partner die App in Eigenregie. 20'000 Franken und unzählige Stunden Gratis-Arbeit haben die beiden investiert. Ein Crowdfunding soll nun den finanziellen Rückhalt für den Schlussspurt garantieren. (wst)