Vergangene Woche gab Epic zudem bekannt, dass das Spiel inzwischen über 200 Millionen registrierte Spieler aufweist – im Vergleich zum Juni ein Wachstum von über 60 Prozent. Es wird geschätzt, dass weltweit fast 80 Millionen Spieler jeden Monat bei «Fortnite» ums Überleben kämpfen.

Nun holt die Epic Games zum nächsten Schlag aus: Am Dienstag gab die US-Firma mit Sitz im Bundesstaat North Carolina bekannt, im nächsten Jahr eine eigene Verkaufsplattform für PC-Spiele auf den Markt zu bringen. Der Epic-Games-Store soll zunächst mit wenigen ausgewählten Spielen für PC und Mac erscheinen, später dann für andere Spiele und Plattformen geöffnet werden.

Seitenhieb an die Konkurrenz

Epic-Games-Chef Tim Sweeney schrieb in einer Mitteilung: «Als Entwickler wollen wir zwei Dinge: einen Laden mit fairen wirtschaftlichen Konditionen und die direkte Verbindung zu den Spielern.» Die Ansage kann als verhüllte Kritik an die Konkurrenzplattform Steam des Entwicklers Valve verstanden werden, die zurzeit Marktführerin im Bereich ist.

So dürfen Entwickler auf Epics Plattform 88 Prozent ihrer Umsätze behalten. Bei Steam sind es seit Jahren nur 70 Prozent, eine Änderung fand erst letzten Dienstag statt: Wer seine Spiele auf Steam verkauft, erhält nun 75 oder 80 Prozent der Einnahmen, wenn seine Spiele über 10 Millionen US-Dollar beziehungsweise über 50 Millionen Dollar einnehmen.

Damit will Steam wieder die Gunst grosser Videospielhersteller wie Electronic Arts, Ubisoft oder Activision gewinnen, die auf eigene Plattformen umgestiegen sind, um die gesamten Einnahmen für sich zu behalten.

Keine sexistischen Games?

Epic Games ist allerdings nicht der erste Konkurrent, der es auf Steams Thron abgesehen hat. Das polnische Studio CD Projekt startete bereits 2008 mit einer eigenen Plattform (gog.com), der Voicechat-Anbieter Discord begann dieses Jahr ebenfalls, Spiele zu verkaufen. Beide versprechen, ihre Plattform zu kuratieren – ein weiterer wunder Punkt bei Steam.

Vergangenen Juni wies man dort die Verantwortung ganz von sich: Steam soll nicht entscheiden müssen, welche Spiele bei ihnen zum Verkauf stehen, hiess in einem Blogpost. Dies sei Aufgabe der Entwickler und der Spieler. Die Entscheidung wurde scharf kritisiert, da die Plattform damit beispielsweise sexistischen und rechtsextremen Inhalten in Spielen keinen Riegel vorschiebt.

Trotz Epics Ankündigung herrscht auch Skepsis. Tabea Iseli, selbstständige Game-Entwicklerin in Zürich, meint, es seien noch zu viele Fragen offen. Man wolle in der Szene zunächst abwarten. «Und man sollte nicht vergessen, dass auf dem Mobile-Markt diverse Stores bestehen, Google und Apple allerdings trotzdem seit Jahren das Monopol halten.»