Die Massnahme ist Teil einer Reihe umstrittener Reformen von Staatschef Nicolás Maduro, der angesichts der schweren Wirtschaftskrise stark unter Druck geraten ist.

Wirtschaftsvertreter zeigten sich zur Einführung des neuen Bolívar am Montag skeptisch. Die Massnahme werde die wirtschaftliche Instabilität weiter verschärfen, sagte etwa der Vorsitzende des führenden Unternehmerverbands Fedecamaras, Carlos Larrazabal, bei einer Pressekonferenz.

Die Venezolaner reagierten generell nervös auf den neuen Bolívar; die meisten Geschäfte blieben nach der Ausgabe der neuen Scheine zunächst geschlossen.

Gravierende Versorgungsengpässe

Venezuela steckt schon seit Jahren in einer schweren Wirtschaftskrise, der alte Bolívar war praktisch wertlos. Durch den Zerfall des Erdölpreises seit 2014 fehlt dem südamerikanischen Staat das Geld. Erdöl ist die Haupteinnahme-Quelle für Venezuela. Es gibt gravierende Versorgungsengpässe im Land, die nach Uno-Angaben bereits mehr als zwei Millionen Menschen in die Flucht getrieben haben.

Am Montag kamen erneut zahlreiche Venezolaner über die Grenze nach Brasilien. Ein Armeevertreter im brasilianischen Grenzort Pacaraima rechnete für Montag mit rund 900 Neuankömmlingen. Zuletzt waren im Schnitt rund 500 Menschen pro Tag über die Grenze gekommen.