Es wurde bereits darüber spekuliert, jetzt ist es offiziell: Volvo, LeShop.ch und die Post haben sich zusammengeschlossen, um Online-Bestellungen direkt in den eigenen Kofferraum zu liefern. «Tütenschleppen und Schlangenstehen gehören damit vielleicht schon bald der Vergangenheit an», sagt Dominique Locher, Geschäftsführer von LeShop.ch.

Im Moment gibt es 6500 Volvos in der Schweiz, die auf dieses System Zugriff haben, Ende Jahr sollen es 10 000 sein. «Wir haben uns für eine übersichtliche Zahl entschieden. Denn das Projekt steckt noch in den Kinderschuhen und es geht vorerst darum, Erfahrungen zu sammeln», erklärt Locher.

Durch eine Registrierung bei der Website des Autoherstellers können Besitzer neuer Volvo-Modelle den Zugang zu ihrem Kofferraum an eine Drittperson weitergeben. Gibt man auf LeShop.ch eine Bestellung auf, kann man die Lebensmittel in den eigenen Kofferraum liefern lassen. Zu diesem Zweck muss der Kunde auf einer Karte einzeichnen, wo der Wagen am Tag der Lieferung stehen wird.

Der digitale Schlüssel wird zur einmaligen Verwendung dem Postboten weitergegeben, der das Auto dadurch orten kann, solange es weniger als 200 Meter vom angegebenen Ort entfernt steht. Mit dem Code lässt sich ausschliesslich der Kofferraum öffnen, und die Lebensmittel von LeShop.ch werden direkt im Wagen platziert. Herrscht Sommerhitze, werden die Bestellungen in Kühltaschen geliefert und der Kunde erhält eine Garantie, dass die Lebensmittel bis zu zwei Stunden kühl bleiben.

Schliesst der Postbote den Kofferraum wieder, zerfällt der digitale Schlüssel und der Besitzer erhält ein SMS mit der Empfangsbestätigung. Werden die Frischprodukte bis Mitternacht bestellt, stehen die gefüllten Einkaufstaschen am nächsten Nachmittag bereits im Kofferraum bereit.

Der Dienst wird vorerst nur in Zürich, Bern, Genf und Lausanne angeboten. Dieter Bambauer von der Konzernleitung der Post sieht das Angebot als «Türöffner für weitere ähnliche Systeme der Zukunft», und fügt an: «Im Moment umfasst das Projekt drei Mitglieder, aber wenn die Nachfrage wächst, können andere Partner dazukommen, so zum Beispiel Modelinien.»

Mit diesem Angebot reagieren die Unternehmen auf zunehmende Personalisierung und Digitalisierung der Einkäufe von Herr und Frau Schweizer. Denn eine wachsende Anzahl Kunden will nicht mehr zur Ware gehen – die Ware soll zu ihnen kommen.