Gerade die wichtige Gruppe der deutschen Touristen blieb fern. Ihre Übernachtungen stürzten um 15,9 Prozent ab, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) am Donnerstag bekannt gab. Mit einem Minus von 78000 Logiernächten waren die Deutschen für den grössten absoluten Rückgang verantwortlich.

Noch krasser fiel der Einbruch bei den Belgiern aus, die ein Minus von 38,1 Prozent auswiesen. Auch die Franzosen (-15,3 Prozent) und Russen (-35,9 Prozent) checkten deutlich weniger in Schweizer Herbergen ein. Ein leichtes Plus gab es dagegen bei den Gästen von Grossbritannien (+0,6 Prozent).

Neues Angebot: Schweiz Tourismus setzt auf Auto- und Töfffahrer. Die Kampagne kostet weltweit rund 15 Mio. Franken und soll bis zu 300 000 Touristen ins Land bringen.

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Insgesamt gingen 1,6 Millionen Übernachtungen auf das Konto von ausländischen Reisenden. Das sind 8,3 Prozent weniger als im Vorjahres-März. Auch die Schweizer kamen weniger häufig. Sie übernachteten 1,4 Millionen Mal, was eine Abnahme von 6,3 Prozent bedeutet.

Frühe Sportferien machen sich bemerkbar

Die Rückgänge der Übernachtungszahlen aus Europa seien sicher auf den Frankenschock zurückzuführen. Dessen Auswirkungen hätten sich erst im März gezeigt und würden sich im April nochmals zeigen, sagte Hotelleriesuisse-Präsident Andreas Züllig auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda.

Der Branchenverband hatte nach dem Anstieg der Übernachtungszahlen im Vormonat Februar mit einem Minus im März gerechnet, auch aus kalendarischen Gründen: Denn dieses Jahr hätten die Sportferien praktisch alle im Februar stattgefunden, wogegen im letzten Jahr die Sportferien wegen der späten Ostern zum Teil noch im März gewesen seien, sagte Züllig.

Das gleiche gelte für die deutsche Faschingswoche. "Die Deutschen sind der wichtigste europäische Markt. Dort ist der Rückgang mit einem Minus von 15,9 Prozent sehr massiv", sagte Züllig. Allerdings habe auch das Tirol einen Rückgang der Übernachtungen von gut 8 Prozent hinnehmen müssen. "Die dortigen Hotels haben die Verschiebung der Sportwoche ebenfalls gespürt."

Die Frankenstärke bleibt aber eine besondere Herausforderung: "Wir hoffen auf besseres Wetter in den Sommerferien als letztes Jahr, damit wir den Schaden in Grenzen halten können." Er rechne mit einem Rückgang der Übernachtungszahlen im Sommer und hoffe, dass das Minus im unteren einstelligen Prozentbereich bleiben werde.

Chinesen kommen häufiger

Für einen Lichtblick in der durch den Frankenschock gebeutelten Branche sorgten im März die Asiaten, deren Übernachtungen um 16,6 Prozent anstiegen. Allen voran die Chinesen kamen häufiger (+25,3 Prozent). Sie wiesen mit einem Plus von 14000 Übernachtungen das stärkste absolute Wachstum aller Herkunftsländer aus.

Die Zahl der Thailänder in hiesigen Hotelbetten verdoppelte sich im März beinahe. Mehr Gäste kamen auch aus Südkorea und Indien, während japanische Touristen weniger häufig anreisten. Auch die Amerikaner sorgten für eine stärkere Belegung in Schweizer Hotels (+12,8 Prozent).

Schweiz Tourismus will wegen Frankenstärke mehr Geld

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Neun der vierzehn Tourismusregionen verbuchten im März weniger Übernachtungen als vor einem Jahr. Die stärksten Rückgänge gab es in den Bergregionen. So musste Graubünden ein Minus von 17 Prozent verkraften. Auch das Wallis (-15,6 Prozent) und das Berner Oberland (-13,8 Prozent) erlitten Einbussen. Es folgen die Ostschweiz (-7,6 Prozent) und das Tessin (-6,9 Prozent).

Demgegenüber erlebte die Region Zürich mit einem Plus von 4,5 Prozent das stärkste Wachstum. Einen leichten Anstieg gab es auch in der Region Freiburg (+3,5 Prozent) und Basel (+1,0 Prozent).

Ausländer kommen weniger häufig

Kumuliert summierte sich die Zahl der Übernachtungen in den ersten drei Monaten auf 8,8 Millionen. Das ist 1 Prozent weniger als im Vorjahresquartal. Davon gingen 4,6 Millionen Übernachtungen auf das Konto von Ausländern (-2,7 Prozent), während es bei den Inländern ein leichtes Plus von 0,8 Prozent auf 4,3 Millionen Übernachtungen gab.

Auch hier machte sich der Rückgang bei den Deutschen (-6,5 Prozent) schmerzlich bemerkbar. Denn mit 1,1 Millionen Übernachtungen stellen sie mit Abstand die wichtigste ausländische Gästegruppe der Schweizer Hotels dar. Die Briten auf Platz zwei sind mit 468000 Übernachtungen (-1,6 Prozent) die wesentlich kleinere Schar.