Die Empörung ist gross. Für einmal sind sich die Gäste der Sendung «Sonntalk» einig wie nie und kritisieren unisono Daniel Vasellas 72 Millionen, die er sich selbst zum Abschiedsgeschenk macht. Der Hüter der Kritiker ist Ulrich Giezendanner, bekannt für klare Worte. «Ein normal denkender Mensch, der Anstand hat, lässt sich kein Konkurrenzverbot so vergolden, wie es Herr Vasella tat. Das ist ethisch und moralisch höchst verwerflich!» sagt der Transportunternehmer aus dem Aargau. Das einzig Gute sei, so Giezendanner weiter, dass ein Drittel dieses Geldsegens in Form von Steuern wieder in der Bundeskasse lande. Für ihn sei das nichts anderes als «Grüsel-Politik».

Seiner Ansicht nach sei das Wasser auf den Mühlen der Befürworter der Abzocker-Initiative: «200 Leute führen sich auf wie ein Lumpengesindel, auf dem Rücken von so vielen anständigen Managern», ereifert sich Giezendanner. «Wenn jemand ein Land so gefährdet, ist das ethisch verwerflich.»

Ein Plädoyer, das an Deutlichkeit wenig zu wünschen übrig lässt - auch wenn Giezendanner den Lumpengesindel-Ausdruck wenig später wieder zurücknahm. Fast ist der Zuschauer dem Fuhrhalter dankbar, dem, was so viele denken, Ausdruck gegeben zu haben: Die Ohnmacht und Abscheu vor solch unverhohlener Gier. Wie schrieb doch einst Sigmund Freud? «Wer gierig ist, wird Sklave eines Triebs, der den Verstand ausschaltet.»

Frust und Enttäuschung

Mario Jakob Kyburz schreibt: «Bitte, liebe Novartis, gebt uns Normalsterblichen doch bekannt, aus welchen Gründen ein Herr Vasella diese immense Summe zugeschoben bekommt. Wenn wir nachvollziehen könnten, aus welchen gesunden und notwendigen Komponenten sich diese "Abgangs-Entschädigung" zusammen setzt, könnten wir den Deal vielleicht verstehen. Aber, von einer ortsüblichen Basis zu sprechen, ist für mich mehr als unfair!»

B. Rocky kommentiert: «Ein Betrag, welchen gegenüber unserem Mittelstand und den vielen an der Armutsgrenze lebenden Bevölkerung nicht zu rechtfertigen ist. Aber wie so oft die Reichen werden immer reicher und die Armen immer ärmer. Und Hans Meier bringt es auf den Punkt: «6 Jahre lang jeden Monat 1 Million für Null Leistung! ich bin ja schön blöd, geh ich arbeiten!»