Nach zwei Jahren Talfahrt geht es bei Schaffner, dem Elektronikkomponenten-Hersteller mit Hauptsitz in Luterbach, wieder aufwärts. Der neue Chef Marc Aeschlimann weist für das Geschäftsjahr 2016/17 ein Umsatzwachstum und eine markante Gewinnsteigerung aus: Im Ende September abgelaufenen Geschäftsjahr 2016/17 sei der Umsatz um 5,5 Prozent auf 195,7 Millionen Franken gestiegen, sagte Finanzchef Kurt Ledermann am Donnertsag an der Bilanzmedienkonferenz in Zürich. Der Betriebsgewinn (Ebit) schoss nach dem Absturz des Vorjahres um 10,1 Mio. von 1,4 Mio. auf 11,5 Mio. Fr. nach oben.

Unter dem Strich erwirtschaftete Schaffner einen Reingewinn von 8,7 Mio. Franken, nachdem im Vorjahr lediglich ein Minigewinn von 184 000 Franken übrig geblieben war. «Wir haben uns auf allen Ebenen verbessert», sagte Ledermann.

Krisensparte erholt sich

Die Krisensparte Power Magnetics konnte dank der Restrukturierung ihren Verlust auf 7 Mio. Franken halbieren. «Die Zusammenlegung unserer zwei Werke in Amerika und die Verschiebung unserer Produktion von Deutschland nach Ungarn ist abgeschlossen», sagte Schaffner-Chef Aeschlimann.

Dank dem guten Bahngeschäft in China und dem Gewinn von neuen Kunden in Amerika habe die Division den Umsatz um 10 Prozent gesteigert. Und dies, obwohl das Geschäft mit Antriebstechnik für die Öl-, Gas- und Bergbauindustrie wegen der tiefen Rohstoffpreise erneut schwierig gewesen sei. Im laufenden Jahr wolle man die Effizienz weiter steigern und die Kosten der Produkte optimieren, sagte Aeschlimann. Zudem wolle man ein neues Geschäft mit attraktiven Margen aufbauen. Interessante Möglichkeiten seien etwa Komponenten für Schnellladestationen von Elektroautos. Dennoch dürfte die Sparte heuer noch nicht aus den roten Zahlen auftauchen. «Wir erwarten nicht, dass im laufenden Geschäftsjahr die Gewinnschwelle erreicht wird, arbeiten aber daran, den Verlust markant zu verringern», sagte Aeschlimann.

Hoffnung auf Elektroautos

In den Elektroautos wittert die Firmenleitung auch gute Chancen für die Autodivision, die heute fast ihren ganzen Umsatz mit Antennen für schlüssellose Schliesssysteme von Autos macht. Dabei hat der Fahrer einen Mikrochip bei sich, der sich über diese speziellen Antennen im Auto mit dem Bordcomputer verbindet. Damit lassen sich automatisch Türschlösser öffnen, Wegfahrsperren lösen oder individuelle Sitzeinstellungen vornehmen.

Nun wittert Schaffner ein Zusatzgeschäft in elektromagnetischen Filtern für E-Autos. Hier habe man einen mehrjährigen Auftrag eines europäischen Nobelautoherstellers erhalten und führe Gespräche mit weiteren Kunden. Schaffner rechnet mit einem steigenden Beitrag des Elektrofahrzeugmarktes zum Geschäftsergebnis in zwei bis drei Jahren.

Die grösste Division EMC konnte den Betriebsgewinn um mehr als die Hälfte verbessern. Im laufenden Geschäftsjahr wolle Schaffner beim Umsatz weiter wachsen, sagte Aeschlimann. Die Betriebsgewinnmarge solle im mittleren einstelligen Prozentbereich gehalten werden nach 5,9 Prozent im vergangenen Geschäftsjahr.