Am Rande von Uster ZH stellt Roger Riedener, Chef und Mitinhaber der Firma Peraves, die Luxus-Elektrofahrzeuge Monotracer her – Zweirad-Elektromobile, die es trotz Elektroantrieb auf 240 Stundenkilometer schaffen, und von 0 auf 100 in weniger als 5 Sekunden.

Peraves Monotracer

Zu seiner Kundschaft gehören auch zwei bekannte Hollywood-Namen: «Tom Hanks und Jay Leno haben einen Monotracer bestellt, und wir werden sie wohl 2014 ausliefern», behauptet Riedener. Der Schauspieler Hanks sei ein Freund der Familienfirma AC Propulsion, die für Riedener in Kalifornien den Elektroantrieb herstellt, und der Showmaster Leno gilt als fanatischer Autosammler.

100'000 Franken für einen Ferrari auf zwei Rädern

Beide Stars können sich den Spass leisten. Rund hunderttausend Franken kostet das teure Zweirad mit geschlossener Kabine – quasi der Ferrari unter den Elektrofahrzeugen. Im vergangenen Jahr hatte das energieeffiziente Hochleistungsfahrzeug gar einen Auftritt im Science-Fiction-Blockbuster «Total Recall» als futuristisches Polizeiauto.

Den Grossteil der Maschine stellen fünf Mitarbeiter in Tschechien her, die Endmontage geschieht in Uster. Doch der derzeitige Verkaufspreis deckt die Kosten bei weitem nicht. «Bei einer Vollkostenbetrachtung, also inklusive Kapitalverzinsung, Miete, Löhne und so weiter lege ich bei jedem verkauften Monotracer 60 000 Franken drauf», sagt Riedener, der sein Vermögen in Zürich mit einer Baumarketing-Firma gemacht hat und nun sein Kapital in die Firma Peraves investiert, die er 2009 übernahm.

Preis für herausragende Effizienz

2010 gewann Peraves in den USA den mit 2,5 Millionen Dollar dotierten X Prize, der für herausragende Effizienz bei Automobilen vergeben wird. Dennoch verkauft Riedener jährlich nur knapp 30 Exemplare. «Mehr kann ich zurzeit aus finanziellen Gründen nicht herstellen und deshalb müssen auch Hanks und Leno noch etwas warten.»

2011 wurde das Aktienkapital von 1,4 auf 3 Millionen Franken erweitert. Eine weitere Kapitalerhöhung schliesst Riedener nicht aus. Denn für sein Ziel – 100 bis 200 Monotracer pro Jahr – benötigt er 5 Millionen Franken frisches Kapital.

Zu den Peraves-Aktionärengehören unter anderem der Basler Crossair-Gründer Moritz Suter. Dank ihm und anderen gut vernetzten Aktionären im Hintergrund erhofft sich Riedener den Zugang zu wohlhabenden Investoren.

Denn obwohl das nächste Jahr für Peraves finanziell noch nicht gesichert ist, weibelt Riedener für seine Zukunftsvision: die Massenproduktion eines ultra-günstigen «Mini-Monotracers» für den südostasiatischen Markt – made in Switzerland.

Riedeners Mobilitätsvision besteht aus elektrischen, einsitzigen Fahrzeugen. «Die Technik dazu gibt es schon heute, wie wir mit dem Monotracer beweisen. Aber es braucht visionäre Köpfe, die an den Massenmarkt dafür glauben.» Er habe auch schon bei Swatch-Chef Nick Hayek vorgesprochen, ohne Erfolg. «Dabei drängt die Zeit, denn unsere natürlichen Ressourcen sind nicht unendlich.»

Riedeners Mittel auch nicht.