Zwei Drittel der Schweizer Jugendlichen interessieren sich für aktuelle Ereignisse in der Welt, wie der am Donnerstag veröffentlichte Jamesfocus-Bericht der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften und der Swisscom zeigt.

Statt klassische Massenmedien nutzen die Jugendlichen vermehrt soziale Netzwerke wie Facebook oder Instagram. 57 Prozent der befragten Jugendlichen erachten es als wichtig, über tagesaktuelle News Bescheid zu wissen. Für die Jugendlichen sind die wichtigsten Interessengebiete Musik (67 Prozent), gefolgt von aktuellen Ereignissen (66 Prozent), Sport (55 Prozent) oder Stars (48 Prozent).

Wenig Interesse für Politik

Hingegen interessiert sich nur etwas mehr als ein Drittel für internationale Politik und nur ein Fünftel für Schweizer Politik. Ein Drittel versorgt sich vor allem über Gespräche oder neue Medien mit Informationen. Ein weiteres Drittel informiert sich über klassische Medien.

Insgesamt geben rund 40 Prozent der Jugendlichen an, bereits einmal in Kontakt mit einer Meldung gekommen zu sein, die sich im Nachhinein als falsch erwies. Bei den Angaben handelt es sich um Selbsteinschätzungen.

Um Falschmeldungen zu erkennen, brauche es Anstrengungen seitens Eltern und Schule, lautet eine Schlussfolgerung der Studienautoren. Medienerziehung müsse Werkzeuge und Methoden zu bieten, mit denen Kinder und Jugendliche Wahres von Falschem trennen können. Deshalb brauche es das Bewusstsein, dass faktengeprüfte News arbeitsintensiv sind und nur möglich bleiben, wenn Konsumenten dafür bezahlen.

Vertrauen ins Fernsehen

Obwohl sich ein zunehmender Teil der Jugendlichen nicht über klassische Massenmedien informiert, ist das Vertrauen in diese Medien am grössten. Als glaubwürdigste Quelle wird allen voran das Fernsehen genannt, gefolgt von Zeitungen.

Nur ein Drittel der 12- bis 19-Jährigen informiert sich zwar über das Fernsehen, es scheint als glaubwürdiger Informationskanal aber verankert zu sein. Das hängt wohl mit der Sozialisation in Familien zusammen, in denen die "Tagesschau" zum festen Tagesprogramm gehört.

Dem Internet vertrauen die Jugendlichen am wenigsten. Nur einem Fünftel scheint das meiste an Informationen im Internet glaubwürdig. Der Rest der Jugendlichen glaubt, dass nur etwa der Hälfte oder noch weniger vertraut werden kann.